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Trump verkündet Waffenruhe in Ukraine – Russen greifen an
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Kurz nach der überraschenden Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, dass im Ukraine-Krieg alle Angriffe auf Energieanlagen sofort gestoppt werden, hat die Führung in Kiew dem Angreifer Russland einen Verstoss vorgeworfen.
(Keystone-SDA) Sie beschuldigte das russische Militär, seine Attacken auf das Nachbarland fortgesetzt und ein Heizkraftwerk schwer getroffen zu haben.
Aussenminister Andrij Sybiha warf dem Kreml einen klaren Verstoss gegen die begrenzte Feuerpause vor, die laut Trumps Ankündigung vom Sonntagnachmittag (MESZ) unmittelbar in Kraft treten und für beide Kriegsparteien gelten sollte.
Es ist nicht das erste Mal, dass der US-Präsident behauptet, die Ukraine und Russland würden ihre gegenseitigen Angriffe auf Energieanlagen einstellen – mit einer ähnlichen Äusserung war er bereits Mitte September vorgeprescht.
Bitte halten Sie sich daran!», schrieb er diesmal auf Truth Social.
Selenskyj äusserte sich zunächst überrascht über Trumps Ankündigung, von russischer Seite gab es bis zum frühen Morgen keine Reaktion.
Später äusserte sich Selenskyj positiv über eine zunächst auf den Energiesektor begrenzte Waffenruhe.
«Die Ukraine will Frieden – die Frage ist, ob Russland ihn will», sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache.
Selenskyjs Chefdiplomat Sybiha erklärte später, er habe Bundesaussenminister Johann Wadephul über den Angriff informiert.
«Russland hat unmittelbar nach Inkrafttreten gegen die Waffenruhe im Energiebereich verstossen», schrieb er auf X.
EU plant Riesenpaket mit Russland-Sanktionen
Republikaner kritisieren Trumps Diesel-Deal mit Putin
Während Trump den russischen Präsidenten nur äusserst selten persönlich attackiert, beschuldigt er Selenskyj, mit Angriffen auf den russischen Energiesektor zur weltweiten Diesel-Knappheit beigetragen zu haben – und rief ihn auf, Angriffe auf russische Raffinerien zu stoppen.
Die Preise für Rohöl und Diesel sind vor allem infolge des Iran-Krieges in die Höhe geschossen, den die USA und Israel im Februar einseitig begonnen hatten.
Ein ukrainischer Regierungsbeamter sagte dem US-Nachrichtenportal «Axios», der von Trump verlangte Verzicht auf Attacken auf Ölraffinerien würde Russland bevorteilen, da es in der Ukraine nur eine – nicht einmal voll funktionsfähige – Raffinerie gebe.
Der Kongress habe im Jahr 2022 die Einfuhr russischer Energieträger untersagt, damit die USA nicht Russlands Krieg gegen die Ukraine finanzieren, heisst es in einem Protestschreiben von sieben Senatorinnen und Senatoren beider Parteien.
«Präsident Trumps Entscheidung, russische Importe zu erlauben, steht im direkten Widerspruch zu diesem Gesetz.»
Drohnenangriffe aus Russland und Ukraine gemeldet
Auf den Flughäfen Scheremetjewo, Wnukowo, Domodedowo und Schukowski wurden alle Landungen und Starts für kurze Zeit abgesagt, wie die Staatsagentur Tass berichtete.
Mindestens 25 anfliegende Maschinen wurden in dieser Zeit auf andere Flugplätze umgeleitet.
Nach Angaben von Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin wurden mindestens 23 ukrainische Drohnen auf ihrem Weg in die Metropole noch vor den Stadtgrenzen abgeschossen.
Drei weitere Militärangehörige wurden bei dem Drohnenangriff verletzt, berichtete Bürgermeister Ruslan Marzinkyw auf Facebook.